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Glossare

Begriff Definition
Ajour-Stickerei

Bei dieser Form der Stickerei werden locker gewebte Stofffäden mit einem Faden zusammengezogen. So entstehen Durchbrüche. Dadurch das die Durchbrüche nur durch Zusammenziehen der Fäden entstehen, müssen die Ränder nicht versäumt werden. Vielseitige Stichvariationen ergeben unterschiedliche Arten von Durchbrüchen. Diese können mit nachfolgenden Spitzenstichen gefüllt werden. Ein berühmtes Beispiel ist die Dresdner Spitze.

 

 

 

Bargello

Beim Bargello (auch Florentiner Stickerei genannt), werden die Stiche parallel zum Fadenlauf über zwei bis fünf Querfäden geführt. Das leichte Versetzen der Stiche erzeugt Zickzack- oder Kurvenmuster. Es ist eine flächendeckende Stickerei.

 

 

 

Bildwirkerei und Tapisserie

Bildwirkerei ist ein Ausdruck aus dem Mittelalter, der die Technik des Einwirkens von Bildern und Motiven in ein textiles Flächengebilde bezeichnet. Der Ausdruck beschreibt außerdem auch das Erzeugnis dieser Technik: die Tapisserie.

 

 

 

Buntstickerei

Auf einem dichten Grund z. B. Leinwand, Tuch, Leder, Seide, oder einem extra dafür angefertigten siebartig durchlöcherten Stoff kann die Buntstickerei aufgesetzt sein. Sowohl der gewöhnliche Kreuzstich und seine Abarten als auch der Petitpoint-Stich werden hauptsächlich auf Kanevas ausgeführt. Gut zur figürlichen Darstellung geeignet ist der Plattstich. Mit diesem sind fast alle mittealterlichen Erzeugnisse auf dichtem Grund gestickt. Der Petitpoint-Stich wird nur mit Seidenfäden hergestellt. Für andere Sticharten verwendet man normalerweise eingefärbte Wolle, wobei auch hierbei Goldfäden, Seide oder sogar eingenähte Perlen verarbeitet werden. Zwei andere Arten der Stickerei sind der Kettenstich und der Steppstich.

 

 

 

Fingerhut

Ein mechanischer Schutz um unbeabsichtigtes Verletzen der Finger beim Nähen zu vermeiden ist der Fingerhut.

 

 

 

Garn

Beim Sticken werden spzielle Garne verwendet. Am gebräuchlichsten sind der Perlgarn und der Sticktwist. Der Perlgarn hat eine glatte Oberfläche ist glänzend und unteilbar. Den Sticktwist kann man für feinere Arbeiten in dünnere Stränge zerteilen. Er ist 6-fädig. Weitere verstickbare Materialien sind u. a.: Chenille, Wollgarn und schmale Seidenbändchen.

 

 

 

Geschichte der Bildwirkerei

Neben der Töpferei und der Weberei gehört die Wirkerei zu den ältesten Handwerkskünsten. Es gibt sie schon seit tausenden von Jahren. Die Bildwirkerei erlebte ihre Blütezeit im Mittelalter und in der Renaissance. Ägyptische Grabbeilagen sind die ältesten erhaltenen Fragmente. Es sind Vasen aus dem griechischen Altertum bekannt, auf denen sich Darstellungen von Webstühlen befinden. Wollwirkereien aus spätantiker und frühchristlicher Zeit kennt man aus Kleinasien und Ägypten.

 

 

 

Gestick

Bei nicht ausgesticktem Hintergrund nennt man das gestickte Motiv: Gestick. Dabei gibt es zwei Größen: zum einen die des zu stickenden Musters und zum anderen die rahmbare Größe.

 

 

 

Gobelin

Ein Imitat der Bildwirkerei ist die Gobelinstickerei. Beim Gobelin-Sticken werden die Fadenkreuze des Trägermaterials diagonal überstickt mit farbigem Stickgarn. Der Bildcharakter entsteht durch die Zusammensetzung von Stichen mit wenigen Farbtönen. Für dekorative Handarbeiten, wie z. B. Kissen und Wandbilder, wird normalerweise spezielles Stramingewebe mit Tapisserie-Stickgarn (aus Schurwolle) bestickt.

 

 

 

Gobelin-Manufaktur

Die Gobelin-Manufaktur (Manufacture nationale des Gobelins) ist eine renommierte und traditionsreiche Tapisserie-Manufaktur in Paris. 1607 als privates Unternehmen gegründet ist sie seit 1792 bis heute im Besitz des französischen Staates und wird durch das Kultusministerium verwaltet. Sie ist zugleich Werkstatt, Museum und Ausbildungsstätte für Bildwirker. Der Manufakturname leitet sich von der früheren Scharlachfärberei der Familie Gobelin ab.

 

 

 

Gobelin-Stich

Das Motivbild wird mit dieser simplen Sticktechnik auf dem Trägermaterial vollständig bestickt. Die diagonalen Überspannungen der Fadenkreuze verlaufen immer in der gleichen Richtung. Die Gleichmäßigkeit der Stiche bestimmen die Qualität.

 

 

 

Goldstickerei

Die wertvollste Stickform (außer der Perlenstickerei) stellt die Goldstickerei dar. Mit Goldfäden werden ornamentale Gestaltungen auf einen textilen Träger gestickt. Verwendung findet sie bei der Erzeugung von Posamenten und liturgischen Gewändern.

 

 

 

Grundlage für Motiv (Entwurf oder Gemälde)

Ein farbiger Entwurf oder ein Gemälde sind die Grundlage für das Motiv. Zwischen Entwurf und Gewebe dient das Verbindungsglied Karton. Auf diesem sind die Konturen, die Farbgebung und die Grenzen der verschiedenen Farbflächen festgelegt worden. Als Webvorlage dienend wird der Karton entweder im Rücken des Wirkers aufgestellt oder unter den Kettfäden befestigt.

 

 

 

Handnähnadel

Für das Handnähen und -sticken gibt es spezielle Nadeln. Dies sind Metallstifte, die eine gebogene oder längliche dünne Form aufweisen. An einem Ende laufen sie in einer Spitze aus und am anderen Ende haben sie ein Öhr. Es gibt sie entweder mit runder Spitze für zählbare Gewebe oder mit spitzer Spitze für feinfädrige Stoffe. Es existieren verschiedene Größen. Jahrhundertelang war die einspitzige Näh- und Sticknadel das wichtigste Werkzeug für das Nähen und Sticken.

 

 

 

Jacquardmaschine

Der französische Erfinder Joseph-Marie Jacquard entwickelte den Webstuhl weiter und trug durch seine Arbeit entscheidend zur industriellen Revolution bei. Als erste programmierbare Maschine konnte die Steuerung, nach einer Umrüstung, dauerhaft aufgehoben und später wieder verwendet werden. Der Webstuhl von Jacquard räumte das letzte Hindernis zur vollständigen Automatisierung der Weberei aus dem Weg: bei der Erzeugung wechselnder Webmuster auf derselben Maschine konnten die Muster kostengünstig umgestellt werden. In Bramsche bei Osnabrück wird ein Jacquard-Webstuhl im Weberei Museum vorgeführt.